Ausbildungsbeiträge für Schauspieler und Schauspielerinnen

Reglement für das Vorsprechen
Die Friedl Wald Stiftung in Basel entrichtet Ausbildungsbeiträge an förderungsbedürftige und förderungswürdige Studentinnen und Studenten im Bereich Schauspiel (Grundlagen siehe "Die Stiftung und ihre Leistungen").

  1. Kandidatinnen und Kandidaten
    1. Die Kandidierenden haben das Schweizer Bürgerrecht oder sind seit mindestens 5 Jahren in der Schweiz wohnhaft (massgebend ist das Einreisedatum gemäss Ausländerausweis).
    2. Die gleiche Person kann sich maximal zweimal in zwei aufeinanderfolgenden Jahren bewerben.
    3. Die Kandidierenden sind im Jahr der ersten Audition nicht älter als 26 Jahre alt.
    4. Die Kandidierenden sind an einer mehrheitlich von der öffentlichen Hand subventionierten und anerkannten Hoochschule der deutschen oder französischen Schweiz im Bereich Schauspiel im Auditionsjahr als aktiv Studierende eingeschrieben. Ausgenommen sind Studierende der Fachrichtung Regie, Dramaturgie, Theaterpädagogik o.ä.
      Zum Zeitpunkt der ersten Audition befinden sich die Kandidierenden im 3. oder 5. Semester BA oder im 1. Semester MA. Zum Zeitpunkt der zweiten Audition befinden sich die Kandidierenden im 5. Semester BA oder im 1. Semester MA.
    5. Nach deren Nominierung durch ihr Ausbildungsinstitut und nach Aufforderung durch die Stiftung reichen die Kandidierenden zur Bewerbung den ausgefüllten Fragebogen mit Lebenslauf und Angaben zu Repertoire und Vorspiel-Programm ein.
    6. Als Einsendeschluss gelten die Angaben auf dem Formular "Kurzinformation zum Versand Ihrer Unterlagen". Zu spät eingereichte Dossiers werden nicht berücksichtigt.
  2. Vorsprechen
    1. Das Vorsprechen ist nicht öffentlich.
    2. Das Vorsprechprogramm umfasst drei unterschiedliche Aufgaben: Monologe (mindestens einer) und Dialoge (mindestens einer), die allein oder unter Anleitung erarbeitet worden sind. Die Szenen unterscheiden sich nach ihrer literarischen Epoche und beinhalten mindestens eine klassische und eine zeitgenössische Aufgabe. Als Klassiker gelten Werke der Antike sowie der dramatischen Hoch- Zeiten Frankreichs, Englands und Deutschlands. Im 20./21. Jahrhundert gelten Autoren dann als von unterschiedlicher Epoche, wenn ihr Geburtsjahr mindestens 30 Jahre auseinander liegt.
      Die dargestellten Rollen zeigen unterschiedliche Charaktere.
    3. Als Requisiten stehen Tisch und Stuhl zur Verfügung.
    4. Die Vorsprechzeit beträgt maximal 25 Minuten.
  3. Jury
    1. Die Jury setzt sich aus den Mitgliedern des Stiftungsrates und mehreren externen Fachleuten zusammen.
    2. Die Jurymitglieder sind nicht als Lehrpersonen an einer schweizerischen Hochschule für Schauspiel tätig.
  4. Prüfungskriterien
    Der Ausbildungsstand der Kandidierenden in Bezug auf den Lehrplan der betreffenden Schule bestimmt die Gewichtung der nachstehenden Kriterien:
    1. Spielbegabung
      Spielphantasie, Vorstellungsgabe, Spontaneität, Direktheit, Genauigkeit im Handeln und Sprechen, Ausdruckskraft und stilistisches Differenzierungsvermögen.
    2. Stimme/Sprache
      Lautreinheit, Artikulationsfähigkeit, Stimmumfang, Stimmkraft; Gestaltung in Bühnensprache, evtl. Dialekt und Gesangstimme.
    3. Körper/Bewegung
      Haltung, Beweglichkeit, Sinn für Bewegungsabläufe und Rhythmus.
  5. Entscheide
    Die Entscheide, die endgültig und nicht anfechtbar sind, werden schriftlich mitgeteilt und nicht begründet.
  6. Reisespesen
    Die Stiftung trägt die Reisespesen (SBB 2. Klasse) der Kandidierenden sowie ihrer allfälligen Spielpartner oder Spielpartnerinnen. Der Spesenbetrag sowie Bank- oder Postscheckkonto für Spesen und allfällige Stipendien sind der Stiftung anlässlich des Vorsprechens mit dem abgegebenen Spesenblatt bekannt zu geben.

    Basel, im November 2014
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